Rollei C5i Carbon - Gerhard's Foto Box

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Praxisbericht: Stativ Rollei C5i Carbon  (fM Online-Version)

Beim Auspacken fällt sofort das „gefühlt“ geringe Gewicht auf zusammen mit der Frage wie stabil es wohl sein mag? Aber der Reihe nach. Die Verpackung ist wertig und zeigt auf der Außenseite alle wichtigen Informationen zur Handhabung und Einsatzmöglichkeiten. In der hochwertigen, gepolsterten Tasche mit Tragegurt befindet sich das Rollei C5i Carbon Stativ und das Zubehör, bestehend aus Fotopro-Kugelkopf , zusätzlichen Gummifüßen, Ring- und Inbusschlüssel, Lasthaken, Gürteltasche und Kameraplatte (Arca-Swiss kompatibel) sowie eine bebilderte Bedienungs- und Montageanleitung.
 
Die Montage des mitgelieferten Kugelkopfes ist einfach und er wird auf der Mittelsäule durch eine Inbusschraube gegen Verdrehen oder Lösen gesichert. Das verzögert allerdings auch den Umbau zum Einbeinstativ, ist aber noch akzeptabel. An der Unterseite der Mittelsäule befindet sich ein durch Drehen versenkbares Gewinde für die Montage des Lasthakens oder der Nutzung als Einbeinstativ. Der aufgesetzte O-Ring ging allerdings im Einsatz schnell verloren. Nach der Montage wiegt das gesamte Stativ inkl. des mitgelieferten Kugelkopfes 1360 Gramm, was angenehm niedrig ist.

Der Aufbau und die Höhenverstellung aller vier Segmente der Stativbeine durch die Drehverschlüsse sind einfach, wenn auch nicht so schnell wie Klemmverschlüsse. Dafür aber immer fest und es ist keine Nachstellung der Klemmkraft erforderlich. Am oberen Drehverschluss der Beine befindet sich eine Kennzeichnung der jeweiligen Drehrichtung zum Arretieren bzw. Lösen. Unter den abnehmbaren Gummifüßen befinden sich Spikes für den sicheren Stand auf entsprechenden Oberflächen. Die Mittelsäule lässt sich mittels einer Zentralmutter verstellen (auch kopfüber montieren) und zusätzlich arretieren, die Beine in drei Winkelpositionen arretiert spreizen bis hin zum flachen Einsatz (90° zur Mittelsäule). Der Kugelkopf ist leicht zu verstellen und arretiert sauber ohne Nachsinken auch bei schweren Kamera- / Objektivkombinationen. Lediglich das Drehen (Panoramaschwenk) des Kugelkopfes könnte gefühlt leichter sein.

Damit sind eigentlich alle Anforderungen bezüglich der Verstell-Möglichkeiten für die verschiedensten Aufnahmesituationen und -positionen abgedeckt. Auch helfen die in der Aufnahme der Kameraplatte und im Feststell-Knopf  integrierten Wasserwaagen-Libellen bei der Ausrichtung der Kamera. Gut ist der integrierte Herausfallschutz der Kameraplatte. Der Arretier-Knopf des Kugelkopfes hat eine Skala von 1 bis 10, ebenso eine Gradeinteilung für die Panoramaachse. Abgerundet wird die Ausstattung durch zwei Kunststoffgriffe als Kälte- bzw. Rutschschutz. Insgesamt ist der Qualitätseindruck sehr gut bis ausgezeichnet.

Wie aber schlägt sich das Leichtgewicht im Praxiseinsatz?

Aufbau und Kamera- / Objektivmontage sind schnell gelöst, schön wenn die Objektive schon eine Arca-Swiss kompatible Stativschelle besitzen wie die zum Test zur Verfügung stehenden Tamron-Objektive f 5-6.3150-600 G2 und das neue Tamron f 2.8 70-200 G2. Gleichzeitig aber auch eine heftige Belastungsprobe, denn schließlich kommen bei dem großen 150-600 Zoom mit Kamera und Batteriegriff gut 4kg Gewicht und lange Hebel zum Einsatz. Das Ganze sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus (die massive Kamera- / Objektivkombi und das zierliche, schlanke Stativ mit dem kleinen Kugelkopf. Natürlich ist ein Einschwingen zu sehen, aber dann kehrt tatsächlich Ruhe ein und selbst mit dieser Extremkombination ist das Stativ verwendbar. Rollei selbst gibt ein Maximallast von 8 kg für das C5i Carbon an.

Auch bei anderen Motiven aus der Makrofotografie oder bei nächtlichen Langzeitbelichtungen sind keine Probleme erkennbar, man kann ja schließlich noch die Spiegelvorauslösung der Kamera einsetzen um Erschütterungen zu vermeiden oder das Stativ an dem mitgelieferten Lasthaken mit der Kameratasche beschweren um einen stabileren Stand bei Windeinfluss zu erzielen. Ein Kabelauslöser oder besser Funkauslöser (Smartphone) sind sowieso Pflicht. Aber das waren nicht wirkliche Probleme im Praxiseinsatz und die Ausbeute an scharfen Aufnahmen selbst mit 50 Megapixeln war sehr hoch. Immer von Vorteil wenn niedriges Gewicht (auf Reisen) gewünscht ist.

Neben den kompakten Abmaßen ist es praktisch, die Beine um 180° klappen zu können um bei (zuerst) durchgeschobener Mittelsäule das Stativ sehr kompakt zusammenlegen zu können (ca. 10 cm Durchmesser und 43cm lang) und damit für die Reise noch in jeden Koffer zu passen, da ja Stative nicht mehr in der Flugzeugkabine transportiert werden dürfen.

Ausgezogen kommt man auf eine Arbeitshöhe (Mitte Objektiv) von ca. 136 cm, mit ausgezogener Mittelsäule auf ca. 163 cm was allerdings nur bei leichten Kameras wirklich sinnvoll ist.

Als Verbesserungsmöglichkeit kann ein etwas leichtgängiger Kugelkopf (Panoramaachse) und ein vereinfachter Umbau zum Einbeinstativ (ohne Demontage des Kugelkopfes) genannt werden, aber das ist fast schon Jammern auf hohem Niveau.

Der von Rollei genannte Preis von € 249.- geht für die gebotene Qualität durchaus in Ordnung und das Rollei C5i Carbon Stativ erhält von mir in dieser Kombination eine klare Kaufempfehlung, vereint es doch geringes Gewicht mit hoher Stabilität als ideales Reisestativ.

*Rechtlicher Hinweis:

Erstellt im Rahmen eines Lesertests im Auftrag von fotoMAGAZIN. Alle genannten Marken und Firmen sind urheberrechtlich geschützt und/oder eingetragene Warenzeichen. Der Bericht spiegelt ausschließlich die Meinung des Verfassers wieder. Nachdruck, Vervielfältigung und/oder Veröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.
 
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